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Die
Anfangsschwierigkeiten waren größer als man zuerst
angenommen hatte. Man trainierte zunächst mit einem Lumpenball
und in Arbeitsschuhen. Die Spieler sparten eifrig, um sich
„Fußballschuhe“ zu beschaffen. Einige
Spenden halfen dem Verein über die ersten Schwierigkeiten
hinweg, der Jagdpächter stiftete den Fußball.
Besonders ein Spieler der ersten Stunde wird immer wieder
erwähnt: Peter Theißen, der als perfekter Techniker
und guter Fußballer galt und die Mannschaft formte.
In dem damaligen Pfarrer Jakob Pelster hatte der Verein einen wahren
Freund und Förderer. Die alte Notkirche wurde zum Jugendheim
umgebaut, wo man trainierte und Theater spielte. Aus Anlass der
Einweihung des Jugendheimes wurde am 15. August 1926 ein
Fußballwettspiel zwischen Nöthen und Eicherscheid
auf dem ersten Sportplatz an der Straße nach
Münstereifel ausgetragen. Die Gemeinde hatte dieses Wiese an
den Nöthener Tannen den Sportlern zur Verfügung
gestellt. Neben dem Fußballspiel wurden in den Sommermonaten
Leichtathletiksportfeste veranstaltet.
Die Spieler richteten den Platz her. Am Kopfende wurde eine Sprunggrube
für Weit-, Hoch- und Stabhochsprung angelegt. Die
Leichtathletik im Verein erfuhr eine besondere Förderung durch
den damaligen Sportstudenten und späteren
langjährigen Geschäftsführer und
Jugendleiter, Jakob Kolvenbach.
Nach 1933 erlitt das Vereinsleben einen schweren Schlag. Der
DJK-Verband wurde verboten und das gesamte Vermögen
beschlagnahmt. So wurden auch die Sportgeräte, Bälle
und Akten des DJK Nöthen beschlagnahmt und die
Tätigkeit untersagt. Die Jugendlichen mussten in die HJ
eintreten und die Älteren wurden zum Wehrdienst einberufen.
Seit Vereinsgründung waren die Jugendlichen mit besonders
großer Begeisterung beim Sport. Damals wie heute war man
davon überzeugt, dass die Jugend für einen Verein und
sein Weiterbestehen eine Lebensnotwendigkeit ist. Nach dem Motto
„Wer die Jugend hat, der hat die Zukunft“ wurde
auch nach dem Krieg intensiv mit der Jugendarbeit begonnen. In der
Schule wurde der Grundstein gelegt, in den Pausen und nachmittags wurde
auf dem Schulhof gespielt, wobei manche Fensterscheibe zu Bruch ging.
Gegen Ende des Jahres 1945 kamen viele aus der Kriegsgefangenschaft
nach Hause. Mehr als 40 Männer und Jungmänner aus
Nöthen und Gilsdorf sind nicht mehr aus dem grausamen Krieg
zurückgekehrt.
Die alten Vereinsmitglieder, die noch lebten, freuten sich beim
Wiedersehen und schon bald wurde über die Neugründung
des Vereins beraten. Man beschloss, die erste Kirmes nach dem Krieg in
den Klassenräumen der Schule zu feiern, der Erlös
floss in die Vereinskasse. Alle nötigen Sportgeräte
wie Bälle, Schuhe und Trikots mussten angeschafft werden, aber
die Geschäfte waren leer. Mit Lebensmitteln wie Weizen, Butter
Speck, Kartoffeln und mit „Eichenlohe“
schälen oder Bucheckern sammeln, konnte man aber bald einiges
heranschaffen.
Auch wenn nicht alle Fußballschuhe passten, so mussten eben
ein paar Socken mehr angezogen werden, oder es wurde in den genagelten
Schuhen gespielt. Im Organisieren und Handeln tat sich besonders
Christian Bresgen hervor und so kam mit der Zeit doch einiges zusammen.
Der Verein schloss sich bald dem Fußballkreis Schleiden und
dem WFV an und nannte sich SuS Nöthen (Sport und Spielverein).
Zu den ersten Auswärtsspielen mussten die Spieler und
Zuschauer Holz mitbringen, denn der LKW von Hermann Zimmermann war ein
Holzvergaser-LKW und so manchen Berg hinauf musste geschoben werden.
Beim Anschluss des Fußballkreises Schleiden an den FVM im
Jahre 1948 wird der SV Nöthen mit 44 Mitgliedern bereits
aufgeführt. Doch hat der Verein anfangs nicht
regelmäßig am Spielbetrieb teilgenommen. Mehrfach
wird er zwar am Anfang der Saison bei den teilnehmenden Vereinen
aufgeführt, doch wegen Mannschaftsschwierigkeiten sucht man
ihn in den Abschlusstabellen vergebens. Das ändert sich in der
Saison 1956/57, als der Verein in der damaligen 3. Kreisklasse einen
neuen Versuch startet. Als Vorsitzender und
Geschäftsführer wird Jakob Kolvenbach
geführt.
In der Saison 1957/58, also schon im 2. Jahr nach der
regelmäßigen Teilnahme, glückt der
Staffelsieg und der Aufstieg in die 2. Kreisklasse. Und es kommt noch
besser:
Bereits im folgenden Jahr, also 1959, wird die Mannschaft Meister der
2. Kreisklasse, Staffel 2, und steigt in die erste Kreisklasse auf,
also ein glatter Durchmarsch.
In den Jahren 1958 und 1961 nimmt sogar eine 2. Mannschaft am
Spielbetrieb in der 3. Kreisklasse teil. Die erste Mannschaft
hält sich zwei Jahre in der ersten Kreisklasse, muss aber 1961
wieder absteigen. Die folgenden Jahre über spielt die
Mannschaft in der 2. Kreisklasse meistens im Vorderfeld der Tabelle,
bis zum Abschluss der Saison 1967/ 1968 erneut der Aufstieg gelingt. Im
gleichen Jahr wurde auch die 2. Mannschaft wieder ins Leben gerufen,
die seitdem in der 3. Kreisklasse spielte und sogar in der Spielzeit
1997/98 in der Kreisliga B.
In den folgenden Jahren gehört die 1. Mannschaft des SV
Nöthen fast immer der 1. Kreisklasse bzw. Kreisliga A an, wo
sie in der Abschlusstabelle meistens einen Mittelplatz einnahm.
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